27/01/2023
Kommt Euch dieser Jahresbrauch bekannt vor? Stellen Kinder am Abend des 24. Januar einen leeren Teller auf das Fensterbrett, sind dort am nächsten Morgen leckere, gezuckerte Teigvögel gelandet. Der Geschichte nach bedanken sich die Wildvögel damit für die Winterfütterung der letzten Wochen und Monate. Großer Beliebtheit auf dem Teller erfreuen sich neben Vogelfiguren aus Hefeteig auch sogenannte "Schmätzl" (Baiservögel, die innen noch weich sind) und "Cremenester" (Keksböden mit Cremeschicht in Form eines Nestes, die mit dunkler Schokolade überzogen und mit bunten Zuckereiern dekoriert sind). Die Leckereien sollen angeblich von der Festtafel der Vögel stammen – denn der 25. Januar ist laut Volksmund der erste Tag, an dem die Vögel Hochzeit halten. Die Vogelhochzeit ist ursprünglich ein sorbischer Brauch, auf obersorbisch heißt das Fest "Ptači kwas". Noch heute feiern Kinder im Kindergarten als Vögel verkleidet Vogelhochzeit – mit Gesang, szenischem Spiel oder kleinen Umzügen. Während in vielen Kitas das Brautpaar wie im gleichnamigen Volkslied als Amsel und Drossel verkleidet ist, stellen im Sorbischen Elster und Rabe Braut und Bräutigam dar. In der Lausitz finden für Erwachsene sogar Aufführungen als Theaterstück statt. In der "Abendvogelhochzeit" wird das Thema aber deutlich abstrakter und vorwiegend lustig verarbeitet. Auch Tanz ist bei den Abendveranstaltungen immer ein wichtiger Bestandteil. Falls Ihr heute noch flugs den Ofen anschmeißen wollt oder Euch morgen auf ein Tanzfest begebt, wünschen wir Euch viel Spaß! 🐦❤️