21/10/2019
Der Salon Queertronique ist eine zunächst als Partyreihe angelegte Tanzveranstaltung, die im Rahmen der Transvisibility eine Plattform für DJs bietet, die fernab der Genderkonformität Musik zelebrieren sollte. Inzwischen tritt immer mehr die Unterstützung und Vorstellung von transgender Künstlern in den Vordergrund.
Hofdame und Besitzerin des Salons bleibt Saeleen Bouvar, eine Mischung aus „Céline“ der „Selene“, Göttin des Mondes, und der Emma Bovary, der Figur Gustave Flauberts, die den größten Skandal der Literaturgeschichte auslöste. Sie verbindet in ihr bereits zwei wichtige Aspekte q***rer und non-konformer Kultur: den Schutz der Nacht, der Freiheit und Lust erst für viele Transmenschen möglich macht, und die Lesbarkeit von Transkultur anhand ihrer tanzenden Körper.
Was bedeutet aber nun q***rer Elektro? Das Queere an Musik liegt nicht in allein in der Auwahl des Sets.
Denn Musik ist nicht per se kategorisch q***r, sie wird dazu gemacht. Genauso ist ein Raum, eine Party oder ein Set nicht q***r, es muss dazu gemacht werden. Dafür benötigt man den Körper, der die Musik spielt, die Stimmen, die Lust und S*x inszenieren, das Lachen, welches ein so immenser Bestandteil unserer Szene immer schon war, die effeminierte, stolzierende Bewegung und die verschiedenen Konzepte von Weiblichkeit. Da Weiblichkeit gerade in der gängigen Szene auf der Tanzfläche als witziges Ornament gern gesehen, hinter den Decks aber komplett fehlt, wird es endlich an der Zeit eine Plattform gerade für Trans Djs zu erschaffen.
Aus dieser Not heraus entstand der Salon Queertronique. Der Salon möchte jedes Mal ein neues Kapitel seiner Clubodyssee durch Musikstile und q***re Clubkultur aufschlagen, daher werden seine Veranstaltungen als Kapitel oder „Chapitre“ bezeichnet. Sie bekommen jeweils den Titel aus einem Buch oder einen Film. Der erste hieß „Pride and Prejudice“ und war eine Anspielung auf den Hamburger „Harbour Pride“, der zur gleichen Zeit lief. Der zweite nannte sich „Notre Dame Des Fleurs“, wie die transsexuelle S*x-Workerin aus dem Roman von Jean Genet. Der dritte nannte sich "Barbarella´s Disco Odyssey", eine Anspielung auf den Film und eine Hommage an die Liebe, die erst wieder innerhalb der Community gelernt werden muss.
Inzwischen öffnete der Salon Queertronique seine Pforten erstmals im Kampnagel mit dem Titel "Les Liaisons Dangereuses" und wird auch ein zweites Mal im Kampnagel willkommen heißen.